Grächen

Kirche und Pfarrei

Die Gläubigen von Grächen unterstanden zuerst der Zehndenkirche von Visp, zusammen mit Stalden, Embd, Törbel und Staldenried bildeten sie ein Viertel. 1433 erhielt Grächen sein erstes Gotteshaus. Es wurde am 5. Oktober von Andreas de Gualdo, Bischof von Sitten, eingeweiht. Kirchenpatron ist der hl. Jakobus der Ältere. 

Unter Pfarrer Christian Nager wurde die Kirche vergrössert. Am 24. August 1704 wurde die neue Kirche von Franz Josef Supersaxo, Bischof von Sitten, eingeweiht. Grächen zählte zu dieser Zeit etwa 250 Einwohner.

Das Beinhaus wurde 1935 abgetragen und nicht weder aufgebaut. 1750 erfolgte die Trennung von Stalden und Grächen wurde eine eigene Pfarrei, hatte aber immer noch finanzielle Verpflichtungen gegenüber dem Bischof von Sitten und der Mutterpfarrei Visp. Mit einer Summe von 928 Franken kaufte sich Grächen 1894 endgültig von Visp frei.

In den Bauplänen von Dr. Adolf Gaudi aus Rorschach sollte in der Vergrösserung der Kirche das bestehende Gotteshaus mit einbezogen werden. So ist in der heutigen Kirche die Bausubstanz der früheren Bauten erhalten geblieben, was eigentlich selten ist.

1920 richtete Pfarrer Josef Weissen (1918-1928 Pfarrer in Grächen) einen Baufond ein, weil eine Vergrösserung der Kirche notwendig wurde. 

Mit dem Einverständnis der Arbeiter wurden die Löhne um 10 Rappen tiefer gehalten als üblich. Maurer, Steinhauer und Bauleiter verdienten 90 Rp. / 1.- Fr. pro Stunde. Die Handlanger wurden mit 65Rp. / 70 Rp. entlöhnt.

Bauabrechnung 1936: Total Ausgaben Fr. 145'529.25 Total der Einnahmen Fr. 71'060,-- Rest der Bauschuld Fr. 74'469.25

Ein neues Geläute für Grächen 1993

Während seiner Amtszeit von 1989 bis 1997 als Pfarrer von Grächen liess H.H. Dekan Paul Zinner (geb.1939) das Kirchengeläute erneuern. Die neuen Glocken wurden in der Giesserei der Firma H. Rüetschi AG in Aarau gegossen. Am 10. Oktober 1993 wurden die Glocken feierlich eingeweiht.

2660 Kilogramm für helle Glockenklänge:
1. Die Grosse Glocke: Tonlage es, wiegt 1220 kg.
2. Die Donnerstagglocke: Tonlage g, wiegt 630 kg.
3. Die Mittagsglocke: Tonalge v, wiegt 380 kg.
4 .Taufglocke oder Rosenkranzglocke: Ton c, wiegt 270 kg.
5. Die Schulglocke: Ton es’’, wiegt 160 kg.

Von den alten Glocken haben die grösseren drei auf dem Rasenplatz nördlich der Kirche einen Platz bekommen. Die Rosenkranzglocke wurde der Missionsstation von Pater Erich Williner in Bolivien geschenkt, nachdem sich ein Sponsor bereit erklärte, die Transportkosten zu übernehmen. Für die Schulglocke hat der Kunstschmied Albert Lefebvre mit Klöppeln von alten Glocken ein Gestell geschmiedet. Diese steht nun auf dem Vorbau über dem Eingang zum Schulhaus.